Wie unterscheidet sich Grof® Legacy Training (GLT) von Grof Transpersonal Training (GTT)?
Die Arbeit von Stanislav Grof hat in den letzten Jahrzehnten verschiedene Entwicklungsphasen durchlaufen. Um Orientierung zu geben, erläutern wir hier die wichtigsten Unterschiede zwischen dem heutigen Grof® Legacy Training (GLT) und dem früheren Grof Transpersonal Training (GTT).
Grof Transpersonal Training (GTT) – historische Wurzeln
Das Grof Transpersonal Training wurde 1988 von Stanislav und Christina Grof gegründet.
1998 übergaben sie das Training sowie später auch die Markenrechte an Tav und Cary Sparks, die GTT über viele Jahre hinweg weiterführten. Zahlreiche heute aktive Facilitators wurden in dieser Zeit ausgebildet.
GTT war damit ein wichtiger Träger der Grof’schen Arbeit, jedoch nicht mehr unter direkter Leitung der Grofs.
Grof® Legacy Training – ein von Stanislav und Brigitte Grof gegründetes Ausbildungsprogramm
Im Jahr 2020 gründeten Stanislav und Brigitte Grof das Grof® Legacy Training (GLT). Dieses Programm wird direkt von ihnen geleitet und autorisiert. Es baut auf Stanislav Grofs Lebenswerk auf und integriert neuere Entwicklungen in transpersonaler Psychologie und Bewusstseinsforschung.
Das Grof® Legacy Training steht für:
- die Rückbindung an das ursprüngliche Werk von Stanislav Grof
- eine klare, internationale Ausbildungsstruktur
- Grof® Breathwork als geschützte, authentische Methode
- eine enge Verbindung zu transpersonaler Psychologie, Spiritualität und Bewusstseinsforschung
Am 4. Mai 2020 wurde das GROF® Legacy Training von Stanislav und Brigitte Grof ins Leben gerufen. Dieses neue Ausbildungsprogramm baut auf der jahrzehntelangen Forschungs- und Lehrarbeit der Grofs auf und erweitert deren Inhalte deutlich.
Zentraler Bestandteil des Trainings ist die Ausbildung in Grof® Breathwork. Das Curriculum umfasst neben Grof® Breathwork auch Themen wie psychedelische Prozesse, spirituelle Emergenzen und archetypische Astrologie – Bereiche, die Stanislav Grof in seiner aktuellen Forschung betont.
Neben dem Kern des Grof® Breathwork umfasst das Curriculum auch Themen wie psychedelische Prozesse, spirituelle Krisen (Spiritual Emergencies) sowie Sterbe- und Todesbegleitung – Bereiche, die Stanislav Grof in seiner langjährigen Forschung bearbeitet hat und die ebenfalls im Grof Transpersonal Training (GTT) behandelt werden.
Alle diese Bereiche werden wissenschaftlich und klinisch umfassend beschrieben und bilden die theoretische Grundlage des Trainings. Die Ausbildung vermittelt sowohl fundiertes Hintergrundwissen als auch praktische Kompetenzen zur professionellen Begleitung und Unterstützung von Menschen in solchen transformierenden Prozessen.
Neben der von Stanislav und Christina Grof entwickelten holotropen Atemarbeit (holotropic breathwork) erwerben Lehrende, Facilitator und Teilnehmende zudem Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die Begleitung psychedelischer Prozesse im Rahmen zukünftig legaler Programme, Studien und klinischer Angebote erforderlich sind.
Darüber hinaus werden spezifische Methoden und Ansätze vermittelt, um Menschen in spirituellen Notfällen sowie im Sterbeprozess kompetent begleiten zu können.
Ein weiterer Bestandteil des Trainings kann die archetypische Astrologie sein, die als ergänzendes Instrument innerhalb der Arbeit mit holotropen Bewusstseinszuständen gelehrt und angewendet wird.
Das GROF® Legacy Training verbindet damit Theorie, Selbsterfahrung, professionelle Qualifikation und tiefgreifende Bewusstseinsarbeit zu einem einzigartigen Ausbildungsweg innerhalb der transpersonalen Psychologie.
Vergleich: Grof® Legacy Training (GLT) und Grof Transpersonal Training (GTT)
| Vergleichskriterium | Grof Legacy Training (GLT) | Grof Transpersonal Training (GTT) |
|---|---|---|
| Gründer / Leitung | Stanislav & Brigitte Grof | Ursprünglich Stanislav & Christina Grof; später Tav und Cary Sparks |
| Startzeit / Entstehung | ca. 2020 (neue Ausbildungsstruktur) | 1988 (historisches Originaltraining) |
| Identität & Selbstverständnis | Weiterentwicklung des Grof-Werks inkl. Transpersonaler + Psychedelischer Therapie | Ursprüngliche holotrope Atemarbeit-Ausbildung im klassischen Sinn |
| Schwerpunkt | Breit angelegtes Curriculum mit Breathwork, transpersonaler Psychologie und ergänzenden Themenbereichen | Hauptfokus auf Holotropic Breathwork + transpersonale Theorie |
| Rechtsstatus / Markenbezug | „Grof® Breathwork“ – eigenes markenrechtlich geführtes System | „Holotropic Breathwork®“ – Markeneigentum bei Sparks/ GTT |
| Ausbildungsstruktur | Mehrjährige, geschlossene Ausbildungsgruppen mit festen Modulen und Stufen | Offene, modulare Seminare, global kombinierbar, freie Reihenfolge |
| Dauer | Mehrjährige, festgelegte Stufenmodelle (3–6 Jahre je nach Ziel) | Module flexibel, Dauer individuell – üblicherweise 2–4 Jahre |
| Teilnahmeniveau | Stärker professionalisiert, therapeutisch ausgerichtet | Offen für persönliche Entwicklung und professionelle Qualifikation |
| Zertifizierungen | Breathwork-Facilitator + transpersonale/psychedelische therapeutische Kompetenz je nach Level. International Teachers (weltweit autorisiert). | Zertifizierung zum Holotropic Breathwork Facilitator (weltweit autorisiert). |
| Curriculum-Inhalte | Breites Spektrum aus Grofs theoretischem Werk, inkl. transpersonaler und psychedelischer Forschung | Transpersonale Psychologie + Holotropic Breathwork + Begleitungstechnik |
| Philosophischer Fokus | Verbindung klassischer und neuerer Ansätze innerhalb des Grof-Werks | Tradition, Selbsterfahrung, spirituelles Wachstum |
| Methodenbreite | Breathwork + Psychotherapie + Theorie + Integration + Supervision + Gruppenprozess | Atemarbeit + Theorie + holotrope Erfahrungsbegleitung |
| Position von Stan Grof | Direkt involviert / formell unterstützt durch Stan & Brigitte | Historische Gründung durch Stanislav Grof, seit 1998 organisatorisch unabhängig |
| Flexibilität für Teilnehmer | Relativ gering – feste Gruppe, Pflichten, Supervision | Sehr hoch – weltweit Module wählbar |
| Zielsetzung | Professionelle Anwendungskompetenz und persönliche Selbsterfahrung | Befähigung zur sicheren Durchführung holotroper Atemarbeit |
| Ausrichtung der Zukunftsvision | Einbindung moderner Entwicklungen im Bereich Psychotherapie und transpersonaler Arbeit | Fortführung der historischen holotropen Tradition |
| Ausbildung im deutschsprachigen Raum | Dr. Sylvester Walch, Dr. Ingo Benjamin Jahrsetz, weitere erfahrene internationale Facilitators aus dem GLT-Netzwerk | Holotropic Berlin oder europäische Facilitators, zurzeit keine Ausbilungsangebote im deutschsprachigen Raum |
Welches Programm passt zu mir?
Beide Ansätze sind hochwertig, seriös und ergänzen sich in der Praxis oft. Der Hauptunterschied liegt in der historischen Entwicklung, der Markenrechte und der aktuellen Autorisierung durch Stanislav Grof: Das GTT steht für bewährte Kontinuität und exklusive Zertifizierung der Originalmarke, während das Legacy Training die direkte, aktuelle Vision von Stanislav Grof verkörpert. Interessierte können je nach persönlicher Präferenz und regionaler Verfügbarkeit an beiden teilnehmen, es gibt keine Konkurrenz, sondern zwei parallele Wege zur gleichen Methode.
Weiterführende Inhalte:
- Startseite: Institut für transpersonale Psychotherapie
- Fachartikel: Veröffntlichungen von Syvester Walch
- Stanislav Grof: Biografie über Stanislav Gorf
- FAQ: Was bedeutet transpersonale Psychologie
Seminare: Holotrope Atemtechnik & Selbsterfahrung mit Sylvester Walch