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Reinkarnation und holotropes Atmen:

Wie transpersonale Erfahrungen unsere Sicht auf das Leben prägen.



Exkurs zur Reinkarnation

Reinkarnation ist ein Konzept, das in vielen religiösen und philosophischen Traditionen vorkommt. Es beinhaltet den Glauben, dass nach dem Tod die Seele oder das Bewusstsein einer Person in einen neuen Körper wiedergeboren wird, was ihr ermöglicht, ihre Reise im Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt fortzusetzen. Dieses Konzept wird oft mit östlichen Religionen wie Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus in Verbindung gebracht. Damit verbunden ist der Begriff des Karmas, der aus dem Sanskrit stammt und besagt, dass die Art und Weise wie ein Mensch lebt, handelt und denkt, Wirkungen hat und Folgen nach sich zieht.

Diese Ideen sind seit Urzeiten Gegenstand philosophischer Debatten und Erforschungen. Es wirft Fragen nach der Natur des Selbst, dem Zweck des Lebens und der Möglichkeit des persönlichen Wachstums und der spirituellen Entwicklung auf.
Da nun im holotropen Atmen auch immer wieder Erfahrungen berichtet werden, die mit diesen Konzepten harmonieren, möchte ich hier einige Punkte darlegen, ohne darüber eine endgültige Entscheidung zu treffen. Meiner Ansicht nach ist sowohl ein Weiterleben nach dem Tode wie auch die Begrenzung des Lebens auf die aktuelle Existenzspanne plausibel und denkbar. Dennoch können vielleicht einige Grundannahmen dem Leser helfen, eigene Verständnislinien zu entwickeln und weitere Fragestellungen hinzuzufügen. In weitreichenden kosmologischen Denkfiguren sollten wir uns aber um ein offenes und jederzeit durch eigene Einsichten veränderbares Konzept bemühen, um jeglicher Ideologisierung entgegenzuwirken.

Holotropes Atmen - und plötzlich das 17. Jahrhundert

 

"Auch ging mein Atmen in ein heftiger werdendes, angstfreies Röcheln mit dem Vorgefühl von möglicher Atemnot über, das aber mit dem Durch- und Weiteratmen wieder verging … und dann war mir klar, dass ich nicht mehr im 21. Jahrhundert, sondern im 17. Jahrhundert, genauer noch: im Jahr 1656 in der Zeit des Banns gegen Spinoza, also im Juli 1656 bin … Ich rutschte mit rasender Geschwindigkeit in die intensivsten Gefühle von erlittener Grausamkeit, von unmenschlicher Kälte, von zugefügter Leere, herzzerreißender Einsamkeit und vollständiger Abwesenheit von Mitgefühl. Eine Atmosphäre menschlicher Unerbittlichkeit und rachsüchtigen Hasses in einer städtischen Umgebung Mitte des 17. Jahrhunderts …“ 
(vollständige Erfahrung: Wege zum Wesentlichen, 2024, S. 113f)

Um sich diesem Thema anzunähern, sollen zunächst einige allgemein bekannte Erkenntnisse aufgeführt werden.
Der menschliche Körper ist darauf ausgerichtet, sich immer wieder zu erneuern. Einige Zellen haben eine kurze Lebensdauer und werden in wenigen Tagen oder Wochen ersetzt, während andere Zellen viel länger leben können, sogar über Jahre hinweg, denken wir beispielsweise an Knochen. Auch die seelische Entwicklung, die sich über die gesamte Lebensspanne hin erstreckt, bringt große Wandlungen mit sich, wenn wir etwa an Persönlichkeitsmerkmale, Identität, kognitive Leistungsfähigkeit, moralische Urteilsbildung, soziale Fertigkeiten, etc. denken.

Mit dem Satz "Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen", der Heraklit zugeschrieben wird, wird ausgedrückt, dass sich alles ständig wandelt und transformiert."

Wir sind vergänglich, nie derselbe und, um es radikal zu formulieren, mit jeder Minute ein anderer Mensch. Gleichzeitig gibt es so etwas wie Strukturen einer überdauernden Subjektivität. Ich bin, über alle Veränderungen hinweg, Sylvester, ob ich nun 5 Jahre alt war oder 15 Jahre oder mich jetzt in der Phase des Alters befinde. Ich erkenne mich als denselben.
Wie die klinische Psychologie herausgefunden hat, ist es eine enorme Integrationsleistung des personalen Selbst, jeden Morgen, wenn wir aufstehen und in den Spiegel schauen, uns als dieselbe Person zu erkennen. Es ist wie ein Flussbett, in dem der Strom des Lebens fließt.


Wir verändern uns laufend und bleiben doch derselbe.
 

Nun zu einem anderen wichtigen Aspekt: Die Gestalttheorie zeigt uns, dass unsere Wahrnehmung darauf abzielt, vollständige und zusammenhängende Bilder zu formen, sobald bestimmte auffällige Teilelemente vorhanden sind. Ein klassisches Beispiel dafür ist, wie Menschen instinktiv ein Gesicht erkennen, wenn sie einen Kreis betrachten, in dessen Mitte ein kurzer vertikaler Strich eingefügt ist und seitlich oberhalb ein horizontaler.


Wir neigen also dazu, Gesamtzusammenhänge herzustellen, auch wenn unsere Information noch nicht vollständig ist.
 

Das Energieerhaltungsgesetz, auch als das Prinzip der Energieerhaltung bekannt, ist in der Physik richtungsweisend. Es besagt, dass in einem System die Gesamtenergie konstant bleibt. Das bedeutet, dass Energie weder erzeugt noch zerstört werden kann, sondern lediglich von einer Form in eine andere umgewandelt wird.

Das aktuelle Standardwerk von Sylvester Walch:
Eine systematische Anleitung, tiefe theoretische Hintergründe sowie fortgeschrittene Praxisprogramme zur Bewusstseinserweiterung und zum Holotropen Atmen finden Sie im neuen Fachbuch: „Wege zum Wesentlichen“.
 

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Energie bleibt also erhalten, auch wenn sich ihre Zustandsformen ändern.
 

Rupert Sheldrake, ein britischer Biologe, hat die Theorie der morphogenetischen Felder entwickelt, um evolutive Prozesse in der Natur besser erklären zu können. Er nimmt an, dass es unsichtbare, nicht-physische Felder gibt, die die Form und Entwicklung von biologischen Systemen beeinflussen.
Diese Felder, so Sheldrake (1990), enthalten eine Art Gedächtnis, das auf vergangene Entwicklungen hinweist und daher die Art und Weise beeinflusst, wie neue Organismen wachsen.

Es wäre also denkbar, dass der Mensch nach seinem Tode Spuren hinterlässt, energetische, strukturelle und inhaltliche, die in solchen überraumzeitlichen Feldern gespeichert werden.

Das könnte auch bedeuten, dass die Handlungen, Gedanken, Lebenssituationen oder Themen, mit denen wir uns konfrontieren, nicht mit unserem Ableben verschwinden, sondern weiterhin wirksam sind.
Der Stellenwert berühmter Menschen, über die Biografien geschrieben wurden und deren Werke in Bibliotheken aufbewahrt werden, über ihren Tod hinaus, ist allgemein bekannt.
Das Konzept von den morphogenetischen Feldern ermöglicht die Annahme, dass es andere Formen der Informationsaufbewahrung gibt als nur die persönlichen Gedächtnisinhalte oder externe Speichermedien.
 
Aus der Psychotherapieforschung weiß man, dass seelische Konflikte, Tabus oder unverarbeitete Themen eine Dynamik entfalten, gesehen und beachtet zu werden.

Manchmal, wenn sie verdrängt sind, zeigen sie sich durch sogenannte Symptombildungen, wenn beispielsweise jemand über Rückenbeschwerden klagt. Er arbeitet vielleicht zu viel, um wertgeschätzt und geliebt zu werden.
In der Gestalttherapie wird auch der Begriff „Offene Gestalten" verwendet, um auf ungelöste oder unvollendete Aspekte im Leben einer Person hinzuweisen. Offene Gestalten sind Gedanken, Gefühle, Erfahrungen oder Beziehungen, die nicht abgeschlossen oder verarbeitet wurden und daher im Hintergrund des Bewusstseins wirken.
Wenn jedoch Unerledigtes gelöst wird, fühlt man sich erfüllt, zufrieden und ruhig sowie innerlich klar und in Ordnung.
Wie bei physischen Erkrankungen wirken auch bei seelischen Konflikten Selbstheilungskräfte, die in Richtung Gesundheit, Bewusstheit und Lebensfülle streben. Dem Menschen wohnt eine Tendenz zur Optimierung inne, ganz unabhängig davon, ob sie sich durch Botschaften der inneren Stimme, anregende äußere Situationen oder kreative Impulse, durch die wir wachsen und reifen können, zeigt.
 
Offenes und Unerledigtes strebt danach, befriedet oder vollendet zu werden. Es gibt eine Kraft, die zu Heilung, Bewusstheit und Ganzheit strebt.
Auch wenn die folgende, diese Einsicht weiterführende, Spekulation sehr umstritten ist, soll sie hier dargelegt werden: 
 

Die stetige Veränderung in der Welt geht in Bezug auf Gesellschaft, Technologie, Wissenschaft, Kultur und individueller Erfahrungen in Richtung Differenzierung, Entwicklung und Bewusstwerdung.


Die stetige Veränderung in der Welt geht in Bezug auf Gesellschaft, Technologie, Wissenschaft, Kultur und individueller Erfahrungen in Richtung Differenzierung, Entwicklung und Bewusstwerdung.

Meine subjektive Erfahrung in meiner eigenen kurzen Lebensspanne, in einer sehr begrenzten Umgebung, zeigt auf, dass im Unterschied zu früher, Kinder in der Schule nicht mehr geschlagen werden, Väter sich mehr für die Kindererziehung einsetzen, der Anteil an Frauen an den Universitäten immer mehr zunimmt und sich Menschen mehr für körperliche und seelische Gesundheit interessieren.
Natürlich sind auch neue destruktive Verhaltensweisen, komplexere Süchte oder andere Formen von Ausgrenzung, gerade fremden Menschen gegenüber, zu beobachten. Alles in allem gesehen, leben die Menschen jedoch bewusster, gesünder und verhalten sich weniger destruktiv.
 
Wenn die vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, die unzähligen Unterdrückungsregime oder der Hunger in der Welt als Gegenargumente angeführt werden, sollte man, wie ein Blick in die Geschichte der Menschheit bestätigt, bedenken, dass früher mindestens genauso furchtbare Zustände geherrscht haben.
Es ist gar nicht so einfach, zu beurteilen, ob in der Geschichte der Menschheit die Gewalt zugenommen oder abgenommen hat. Steven Pinker (2011) geht in seinem umstrittenen kulturhistorischen Werk „Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit“ von einem stetigen Rückgang der Grausamkeiten aus.

In einem nächsten Schritt soll wieder der einzelne Mensch in den Mittelpunkt rücken. Wer psychotherapeutisch erfahren ist, weiß, dass signifikante Handlungen, Gedanken und Verhaltensweisen Resonanzen auslösen, im Inneren wie im Äußeren.
Wer beispielsweise über andere Menschen schlecht redet, seine Kinder oder den Partner Schaden zufügt, strahlt dissonante Atmosphären und belastende Energien aus. Diese führen bei allen Beteiligten zu sozialen Verwerfungen und physischen Kontraktionen.
Schlimmstenfalls frieren Konflikte über längere Zeit ein, mit verheerenden Folgen, wenn man etwa an langjährige Kontaktabbrüche in Familien denkt.

In therapeutischen Prozessen ist zu beobachten, dass die seelischen Belastungen, die mit ungelösten Konflikten einhergehen, psychosomatische Symptome hervorrufen können, wie etwa Magengeschwüre, Schlafstörungen, vegetative Dysregulationen oder Rückenschmerzen.
Unbearbeitete psychische Störungen schwelen so lange im Inneren weiter, bis sie gelöst werden. Sie tauchen in Träumen auf, beschäftigen den Geist und verursachen soziale Spannungen.
Da der Mensch grundsätzlich nach Harmonie strebt, bleiben diese dysphorischen Tendenzen so lange im System, manchmal generationsübergreifend, bis sie verarbeitet und beruhigt werden.
Das gilt auch für fremd- und selbstzerstörerische Denk- und Handlungsweisen, die sowohl in unserem Inneren wie auch bei anderen Menschen unangenehme Wirkungen hervorrufen. Wenn jemand lügt, einen anderen betrügt, gewalttätig behandelt oder verleumdet, zieht sich etwas zusammen und sendet eine negative Schwingung aus.


Destruktive Verhaltensweisen und schwelende Konflikte hinterlassen Spuren im System, die wieder ausgeglichen werden möchten.
 

Die hier angedeuteten Punkte sind auch für den Fall, dass der Tod nicht ein absolutes Ende darstellt, übertragbar. Im Sterben würde die Person zwar aufgelöst und transformiert, aber die Spuren, die diese Person hinterlässt, leben weiter als atmosphärisch-energetische Strukturen, die mit bestimmten Bewusstseinsinhalten und Lebensthemen verbunden sind. Das gilt selbstverständlich auch für konsonante Denk- und Verhaltensweisen, gelungene Lebensabläufe, Fähigkeiten und Talente, die im gesamten natur- und kulturgeschichtlichen Informationsspeicher als mögliche Ressourcen verfügbar werden.


Was ein Mensch im Leben vollbracht hat und wie er sich verhalten hat, lebt weiter.  

 

Ob nun die spezifische Konstellation individueller Lebensvollzüge in neuen Identitätsformen wiederbelebt wird oder als unerlöste Themen oder als verfügbare Ressourcen in anderen Menschen partiell präsent werden, muss in diesem Modell nicht zwangsläufig entschieden werden, denn beides erscheint denkbar.
Menschen in veränderten Bewusstseinszuständen können jedenfalls in solche Identitätsformen eintauchen, mögliche Ähnlichkeiten entdecken und gemäß der weiter oben genannten Tendenz zur Vervollständigung es als identisch mit sich selbst erleben und es somit als früheres Leben auslegen.

Dazu soll nun ein Gedankenexperiment durchgeführt werden: Wir stellen uns die Person Peter vor, die sich selbst im veränderten Bewusstseinszustand als Hofmusikant Anselm im Mittelalter erlebt hat. Peter fühlte sich mit dieser Person innig verbunden und berichtete davon, dass er als Anselm damals in
 
Ungnade fiel, bestraft und in einen Kerker verbannt wurde. Nie mehr durfte er ein Instrument zur Hand nehmen und nach eineinhalb Jahren Haft verstarb er. In seinem jetzigen Leben erahnt Peter zwar seine musikalischen Fähigkeiten, war aber nicht ausdauernd genug, um ein Instrument zu lernen. Er stellte auch überhöhte Ansprüche an sich und war zumeist mit sich unzufrieden.
Dazu kam, dass er von seinen Eltern statt gelobt, häufig abgewertet wurde. So entwickelte sich eine tiefe Angst, von anderen bewertet zu werden, wodurch er noch weniger in der Lage war, seine Fähigkeiten und Talente zu leben. Durch die Bewusstwerdung dieser Aspekte lernte Peter, sich selbst anzunehmen, den Perfektionsdrang abzuschütteln und sich weniger darüber Gedanken zu machen, was andere über ihn denken könnten. Interessanterweise begann er auch eine Musikgruppe zu managen sowie heimlich und leise Privatstunden bei einem Klavierlehrer zu nehmen.

Dass Peter sich mit Anselm identifizierte, kann zunächst so verstanden werden, dass er symbolische Szenen, die er vielleicht irgendwann in einem Film gesehen oder in mittelalterlichen Schauergeschichten gelesen hat, vergegenwärtigte, um seine inneren Konflikte symbolisch verarbeiten zu können, ähnlich dem Traumgeschehen.

Andererseits kann es auch sein, dass es einen Anselm mit diesen schwerwiegenden Erlebnissen gab und mit seinem Tod, sowohl die unerlöste traumatische Erfahrung (Bestrafung) wie auch seine Ressourcen (Musikalität) als überdauernde Informationen in den großen Speicher morphogenetischer Felder aufgenommen wurden und sich nun potenziell wieder subjektivieren können, um in anderen Personen Unerlöstes zu bewältigen und Talente weiter zu entfalten.

Nun stellen wir uns vor, Peters Existenz steht kurz vor seiner Verkörperung. Sie ist, wie hier angenommen wird, nicht nur eine materielle, sondern auch eine geistige, die lange vor der Zeugung, also transpersonal, schemenhaft existiert.
Dieses noch unvollständige Bewusstseinsfeld, das nun für Peter aktiviert wird, trägt Potenziale in sich, die für Lösungsansätze des Konflikts von Anselm nützlich sind.

Beispielsweise ist Peter sehr motiviert, sich zu erforschen, zu erkennen, wer er wirklich ist und welche Kräfte sein Inneres bestimmen. Die unerlösten Existenzfäden von Anselm können in Peters Bewusstseinsfeld eingeordnet werden und sich durch ihn in seinem Leben verkörpern. Mit diesen werden auch Talente (Musikalität) übertragen. Ähnlich geschieht es auch mit weiteren Eigenschaften oder Persönlichkeitsmerkmalen, die wir C und D nennen könnten. Wenn nun jemand im veränderten Bewusstseinszustand in eine frühere Existenzform eintaucht und einige signifikante Aspekte darin wiederfindet und diese, im Sinne der oben skizzierten Wahrnehmungskonstruktion, zusammenfügt, könnte es so erscheinen, dass Peter eine Reinkarnation von Anselm ist, auch wenn vielleicht nur einige spezielle Informationen aufgenommen und weitergelebt wurden. Ganz unabhängig davon, ob es sich dabei um vollständige oder partielle Identitäten handelt, gehen wir beim holotropen Atmen davon aus, dass die Erfahrungen real sein können und nicht allein der Vorstellungskraft des Atmenden entspringen.


Neben den oben genannten Hypothesen fließen folgende weitere Annahmen in dieses Modell ein:

a)    Menschen verändern sich beständig auf allen Ebenen des Seins, und mit dem Tod endet diese ganz spezifische körperlich-seelische-geistige subjektive Einheit, die jemand über seine Lebenszeit hinweg darstellt.
b)    Die Informationen und Spuren dieses Lebens bleiben in überraumzeitlichen Feldern erhalten.
c)    Signifikante Themen und Prozesse eines verstorbenen Menschen können mit zukünftigen subjektiven Bewusstseinsfeldern in Resonanz gehen und sich neu verkörpern.


Die im Alltag gelebten Lebensinhalte, Entscheidungen, Denk- und Handlungsweisen, ausgestrahlten Atmosphären haben also nicht nur, wie vielfach bestätigt, Wirkungen auf das gegenwärtige Leben des Betroffenen, sondern auch auf unsere Mitwelt und Nachwelt.
Diese unterschiedlichen Erfahrungsstränge stehen potenziell zur Verfügung und können mit einem neuen Erdenbürger belebt werden, um sich ihrer bewusst zu werden, sie weiterzuentwickeln, aufzulösen oder zu integrieren. Nun fällt dieser
 
Person die Aufgabe zu, diese nächsten notwendigen Schritte zu gehen. Die evolutionäre Entwicklung des Menschen wäre dann wie ein raumzeitübergreifendes Kontinuum zu verstehen, in der die Staffelstäbe weitergegeben werden.
Wenn wir von partiellen Identitäten, die aufgenommen werden, ausgehen, können selbstverständlich auch Impulse von anderen Identitäten hinzukommen, die vielleicht zu diesem Cluster, wie dargestellt. passen, sowohl unerlöstes Material wie auch Ressourcen, Fähigkeiten und resiliente Kräfte.

Von unzähligen, beim Tod von Anselm freigewordenen, Valenzen, nimmt nun Peter (siehe Gedankenexperiment) einige davon auf, andere wandern zu anderen Personen, genauso wie Peter auch Aspekte von anderen Identitäten, außer von Anselm, in sich vereinigen kann.
Jetzt stellen wir uns vor, Peter geht in eine Atemsitzung und kommt intensiv in Kontakt mit seinen Themen, die auch mit einer anderen gelebten Identität verwandt sind. Er schlüpft im veränderten Bewusstseinszustand in diese Rolle und nimmt es so wahr, als wäre es seine Existenz gewesen, weil er aus den prägenden Aspekten heraus, ein Gesamtbild formt, um es besser verstehen zu können.
Jetzt gibt es sehr krankheitsanfällige oder schicksalsbehaftete Existenzen, bei denen vielleicht eine Überzahl an dissonanten Merkmalen angesammelt sind oder sogenannte Lichtträger, bei denen Ressourcen und Talente im Übermaß einflossen.
Ob das Konzept „Karma“ hier schlüssige Anregungen gäbe, muss offenbleiben, um die Spekulationsbreite nicht allzu sehr zu erweitern und den Pfad bisheriger Überlegungen nicht zu stark zu verzweigen.

Da alles und alle miteinander verbunden sind und co-evolutiv wirken, ist es ein Gesamtprozess, in dem es um Auflösung von Bedingtheiten und Verstrickungen, um Weiterentwicklung und Bewusstwerdung, sowie um Differenzierung und Fortschritt geht. Jedem steht auf diesem Wege das gesammelte Wissen der Menschheit und der Natur zur Verfügung.

Jeder Mensch, wie auch immer er lebt, hinterlässt Spuren, Atmosphären und Energien. Um einen Beitrag zu leisten, die Evolution in Richtung mehr Ganzheit und Vollendung zu führen, kommt es aber auf jeden Einzelnen und seine Lebensweise an.
Wer destruktiv, unkooperativ und egozentrisch handelt, verursacht Dissonanzen, Verstrickungen und Störungen, wohingegen eine bewusste, mitfühlende und offene Einstellung transformativ und entwicklungsfördernd wirkt, für sich selbst und somit auch für die Mitwelt, da wir ja miteinander verbunden und aufeinander bezogen sind.

Jedem Menschen wohnt, wie schon beschrieben, eine Tendenz nach Heilung und Verwirklichung inne, eine innere Weisheit, die stets auch mit dem größeren
 
Ganzen verbunden und von ihm durchwirkt ist. Wer sich dafür öffnet, kann darauf vertrauen, einen segensreichen Weg zu finden.

 

Du hast gezielte Fragen zu diesem Thema? In unseren FAQs zum Holotropen Atmen beantworten wir kurz und knapp, wie Reinkarnation und Atemarbeit zusammenhängen.
 

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